Paul schließt die Wohnungstür auf und stellt seine Tasche im Flur ab. Piet kommt ihm entgegengelaufen und schmiegt sich an seine Beine. Paul nimmt ihn hoch und drückt ihn an sich, spürt die Wärme des kleinen Körpers. Piet fängt sofort an, von dem Waldtag der Kita zu erzählen. Von dem Käfer, den Leon und er entdeckt haben. Paul stellt ihn wieder auf den Boden und zieht sich Jacke und Schuhe aus. Er muss über Piets Eifer lächeln und lässt sich das Aussehen des Käfers genau schildern.
Wehmut mischt sich in seine Freude. Wie lange er seinen kleinen Sohn wohl noch so erleben kann? Dass er irgendwann ausziehen wird, steht fest. Davon konnte Laura auch durch die gemeinsame Beratung nicht abgebracht werden. Beim nächsten Mal werden sie besprechen, wie es genau ablaufen soll. Er kann sich das alles nicht vorstellen. Wie soll er es aushalten, Piet nicht jeden Tag sehen zu können. Nicht jeden Tag mit ihm zu lachen und seinen Erzählungen zu lauschen. In sein glückliches Gesicht zu sehen, wenn er ihm im Flur entgegenläuft.
Wird er demnächst durch den anderen ersetzt? Wird dann der andere Piet jeden Tag erleben? Bekommt der andere dann Piets Vertrauen und tröstet ihn nachts, wenn er schlecht geträumt hat? Sagt Piet irgendwann zu dem anderen Papa? Und hat Piet überhaupt noch Lust, ihn zu sehen, wenn er zuhause auch einen neuen Papa hat? Angst macht sich in ihm breit.
Piet zieht Paul ins Kinderzimmer und zeigt ihm, was er aufgebaut hat. Paul fühlt sich so niedergeschlagen, zwingt sich aber zu einem Lächeln und lobt seinen kleinen Sohn für dessen tolle Ideen. Dann setzt er sich zu ihm und fährt das Polizeiauto zu einem Unfall.
Er will das alles nicht. Es darf einfach nicht sein, dass der Neue seinen Platz einnehmen wird. Er ist Piets Vater. Er wird erst ausziehen, wenn klar ist, dass sich der andere bei Piet gefälligst zurückhalten wird.