Alexandra Ehmke Coaching

Paul

Paul sitzt im Büro und kann sich nicht auf den Inhalt der E-Mail konzentrieren, die er gerade liest. Gerade hat er bei der Beratungsstelle angerufen. Er muss Laura einfach davon überzeugen, mit ihm dorthin zu gehen.

Es stimmt doch gar nicht, dass sie schon oft eine Beratung vorgeschlagen hat und er nicht wollte. Klar, sie war manchmal aufgebracht, wenn er zu spät nach Hause kam und die Kinder schon schliefen, oder wenn er den Tag ihres ersten Dates vergaß. Er hatte in den letzten Jahren wirklich viel um die Ohren und musste um seine Position kämpfen. Dass er da auch mal Überstunden machen musste oder am Wochenende Formel 1 sah, um auf andere Gedanken zu kommen, verstand sich doch von selbst. Wie unfair von ihr, ihm das alles vorzuwerfen. Er wurde ärgerlich.

Es half nichts. Er musste sich jetzt auf seine Arbeit konzentrieren. Sein Chef wollte in der nächsten Stunde einen Vorschlag von ihm, wie sie in dem Projekt weitermachen könnten. Was hatte sein Kollege hier geschrieben? … Kurz darauf schweifen seine Gedanken wieder ab.

Laura hatte es doch auch immer gut gefunden, dass sie sich vieles leisten konnten, weil er gut verdiente. Von ihrem Geld hätten sie nicht so leben können. So etwas bekam man nicht geschenkt. Das schien sie überhaupt nicht zu verstehen. Er war auch nicht immer mit allem zufrieden. Aber ein Großteil passte doch. Im Vergleich zu machen Freunden ging es ihnen doch immer noch richtig gut. Auch als Paar. Da musste man doch nicht ständig über das reden, was einen störte. Wieder kam sein Ärger hoch.

Er konnte einfach nicht fassen, dass sie jetzt alles hinschmeißen wollte. Das wollte sie ihm und den Kindern wirklich antun? Nach so vielen Jahren? Weil so ein Typ daher kam, den sie gar nicht richtig kannte, und ihm seine Frau wegnehmen wollte. Das würde er nicht zulassen! Einer von ihnen musste jetzt eine klaren Kopf behalten. Die Kinder hatten ein Recht auf eine Familie. Wenn es nicht anders ginge, müssten sie eben diese Eheberatung machen.